Veranstaltungen 2017

Veranstaltungen 2017

 

»Demokratie – unsere Verantwortung«

Es gibt heute wenige Religionen, in denen das Leben ähnlich lebenswert ist wie in den hoch entwickelten pluralistischen Demokratien des Westens. Die Demokratie ist jedoch kein Geschenk des Himmels, sondern erfordert zu jeder Zeit die hellwache verantwortungsbereitschaft ihrer wahlberechtigten Bürger. Extremistischen, rassistischen und menschenfeindlichen Parolen ist Widerstand entgegenzusetzen. Denn Hass, Wut und Angst sind gefährliche Ratgeber. Auch sehen wir mi Besorgnis, wie anfällig unsere globale und digitalisierte Welt gegenüber terszörerischen Einflüssen von außen ist, seit sich Cyber-Attacken häufen.

Um sozialen Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit zu erhalten, legt der Staat Wert auf innere Sicherheit. Jede Regierung muss aufs Neue austarieren, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um uns Bürgern maximale Sicherheit zu vercshaffen. Auch die Bereitstellung von angemessenem und bezahlbarem Wohnraum ist eine dringliche Aufgabe. Der Flüchtlingsstrom uwingt den Staat, auf vielen Ebenen tätig zu werden, aber auch hier gilt: Nur mithilfe verantwortlich denkender Staatsbürger kann ein gedeihliches Miteinander gelingen.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen im Gemeindesaal der Immanuelkirche ist frei - Spenden sind willkommen

 


Mittwoch, 18. Januar 2017, 20 Uhr, Gemeindesaal Immanuelkirche

Thema: »Rechts? Extrem? Populistisch? Wir sind gefordert!«

Referentin: Dr. Miriam Heigl, Leiterin der Fachstelle der Stadt München für Demokratie - gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit

Es wäre eine trügerische Hoffnung, dass die vom Münchner Stadtrat 2010 geschaffene Fachstelle allmählich überflüssig würde. Im Gegenteil: Gerade hat die Stadt das Personal sogar aufgestockt, denn rechtsextreme, menschenfeindliche Strömungen gewinnen weiter an Boden, rassistische Gewalttaten nehmen zu, europaweit wie auch bei uns. Populistische Bewegungen (Pegida) gewinnen Zulauf; die AfD zieht mit Wählern aus allen Schichten in Länderparlamente ein. Ein alarmierender Protest gegen die etablierten Parteien? Die Flüchtlingsströme werden für vorhandene Zukunfts- und Abstiegsängste instrumentalisiert. dem wiedererstarkenden rechtsextremen Denken kommt die Sprache des Nationalsozialismus wieder hoch. Wo nüchterne Politik und freie Presse als „System“ und »Lügenpresse« diffamiert werden, hilft nur ziviler und politischer Widerstand. »Wir brauchen jetzt wirklich Demokraten, die aufstehen und für demokratische Werte plädieren“, meint die Politologin Dr. Heigl. „In unserer funktionierenden heterogenen Stadtgesellschaft wollen unserer funktionierenden heterogenen Stadtgesellschaft wollen wir alle demokratischen Kräfte vernetzen, Vorurteile abbauen und in vielfältigen Aktionen und Kampagnen zur Auseinandersetzung mit den Fakten anregen.«

Erika Wahl

 

 Heigl

Miriam Heigl

 


Mittwoch, 15. Februar 2017, 20 Uhr, Gemeindesaal Immanuelkirche

Thema: »Wie verlässlich sind unsere westlichen Demokratien?«

Referent: Dr. Clemens Verenkotte, Bayerischer Rundfunk, Redaktion Politik und Hintergrund

England hat sich für den Brexit entschieden, die europäischen Mittelmeerländer befinden sich andauernd in wirtschaftlich empfindlichem Zustand, Spanien ist unfähig, eine Regierung zu bilden, im Südosten und Osten der EU wird an den Grundfesten der Demokratie gerüttelt. 2017 ist Wahljahr in Frankreich und Deutschland. Hier scharren die Rechtspopulisten mit den Hufen, und in den USA wird womöglich ein lupenreiner Demagoge gewählt. Es rumort in den westlichen Demokratien. Was soll man darüber hinaus von den zunehmenden Cyberattacken halten? Nichts bleibt, wie es ist: Demokratie ist kein Geschenk des Himmels, sondern für das Wahlvolk eine Pflicht. Clemens Verenkotte, in Europa und der Welt zu Hause, gilt als fundierter Kenner der politischen Landschaft.

Maria von Egidy

 

Verenkotte 

Clemens Verenkotte © BR

 


Donnerstag (!!), 9. März 2017, 20 Uhr, Gemeindesaal Immanuelkirche

Thema: »Das ver(n)einte Europa«

Referentin: Prof. Dr. Angelika Niebler, EVP, Parlamentarische Geschäftsführerin der CDU/CSU-Gruppe im Europaparlament

Die »europäische Idee« sieht sich nach dem »Brexit« und auch angesichts anderer zunehmend antieuropäischer Strömungen in der Krise. Rechte wie linke Populisten verbinden protektionistische Modelle mit einer nationalistischen Weltsicht, die dem Gedanken eines einigen, freiheitlichen Europas zuwiderlaufen. Die EU wird zurzeit offenbar von einer umgreifenden Vertrauenskrise erschüttert. Nach der Wahl von Donald Trump, der bereits unverhohlen die Europäische Union kritisiert und ihr Sicherheitskonzept in Frage stellt und durch das Verhalten von Wladimir Putin, der durch die Förderung nationalistischer Kräfte die Mitgliederstaaten zu destabilisieren ersucht, stellt sich die Frage, ob die Staatengemeinschaft auf Dauer zusammenhalten wird.

Prof. Dr. Angelika Niebler ist vom europäischen Geist erfüllt, als Euopa-Abgeordnete seit 1999 und inzwischen gewählte Parlamentarische Geschäftsführerin der CDU/CSU in der EVP-Fraktion, ist sie in verschiedenen Ausschüssen tätig. Sie kann uns als Insiderin von den momentanen demokratischen Herausforderungen Zeugnis datüber geben, was es heißt, für ein gemeinsames, rechtsstaatliches, tolerantes und solidarisches Europa einzutreten.

Maria von Egidy

 

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/65/Niebler,_Angelika-1257.jpg/220px-Niebler,_Angelika-1257.jpg

Angelika Niebler

 


Mittwoch, 5. April 2017, 20 Uhr, Gemeindesaal Immanuelkirche

Thema: »Mit Sicherheit überlastet? Die Polizei und ihre herausforderungen«

Referent: Hubertus Andrä, Polizeipräsident, München

München rühmt sich für seine Sicherheit im Vergleich zu anderen Millionenstädten Europas. Die Kriminalitätsbelastung sei relativ gering, die Aufklärungsquote eher hoch. »Bei uns ist Sicherheit kein leeres Bekenntnis«, sagt Polizeipräsident Hubertus Andrä, der seit Juli 2013 an der Spitze des Polizeipräsidiums steht. Für die innere Sicherheit zu sorgen, ist die vornehmste Aufgabe des Staates. Denn es ist vollständig unrealistisch zu glauben, dass es in Gesellschaften ein gewaltfreies Leben zwischen Individuen oder Kollektiven geben kann. Die Polizei muss darauf reagieren mit Spezialeinheiten und präziser behördlicher Handhabung. Die begangenen Terrorakte in Deutschland haben uns inzwischen gezeigt, wie wichtig heutzutage die Vernetzung der föderalen und internationalen Aufklärungsbehörden ist. Hier steht der Polizeiapparat völlig neuen Herausforderungen gegenüber.

Maria v. Egidy

 

Andrä

Hubertus Andrä

 


Donnerstag (!!), 11. Mai 2017, 20 Uhr, Gemeindesaal Immanuelkirche

Thema: »Obdach-Los - Wo gibt es bezahlbare Wohnungen?«

Referent: Florian Pronold, SPD, Parlamentarischer Staatssekretär, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit

Auf der Straße leben muss in Deutschland Gott sei Dank niemand. Aber angemessenen und bezahlbaren Wohnraum, vor allem in den Ballungsgebieten, zu finden, ist für viele Menschen wirklich ein Problem. Verstärkt durch den starken Flüchtlingszustrom wird deutlich, dass der soziale Wohnungsbau in den letzten Jahren vernachlässigt wurde. Dort, wo gebaut wird, dreht es sich eher um Luxussanierungen oder um Immobilien der gehobenen Preisklasse. Wer kann sich das tatsächlich leisten? Dabei ist Wohnen ein Grundbedürfnis wie Essen, Trinken und Kleiden. Um einer Entsolidarisierung der Gesellschaft, wie sie bereits von mehreren Oberbürgermeistern befürchtet wird, entgegenzuwirken, dürfen nicht nur Flüchtlingsunterkünfte, sondern müssen Wohnungen, für alle erschwinglich, geschaffen werden. Dem stehen oft scharfe Umweltschutzauflagen entgegen, die das Bauen verteuern. Bisher liegt die Zuständigkeit bei den Ländern und Kommunen. Wie weit sich der Bund daran beteiligt, muss stets neu verhandelt werden.Florian Pronold, Mitglied des Bundestages und Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbauministerium, kennt die Gesetzeslage und wird über derzeitige Initiativen, die so dringlich sind, referieren.

Inge Keitel

 

Pronold

Florian Pronold

 


Mittwoch, 31. Mai 2017, 20 Uhr, Gemeindesaal Immanuelkirche

Thema: »Miteinander leben, voneinander lernen«

Referenten: Christiane Hacker, Stadträtin a.D., München und Rudolf Stummvoll, Leiter des Amts für Wohnen und Migration, München

Dass Demokratie kein geschenktes Gut ist, sondern eine Herausforderung für jeden Einzelnen, zeigen uns die Wahlkämpfe in Amerika, Europa und Deutschland. Aber nicht nur als Wähler kann man in einer Gesellschaft Verantwortung übernehmen, sondern auch mit eigener tatkräftiger Hilfeleistung. Denn mit verantwortlich denkenden Staatsbürgern kann ein gedeihliches Miteinander besser gelingen. Es ist jetzt vielleicht Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen, wie wir mit dem Ansturm der Zuwanderer zurechtkommen. Und zwar möchten wir uns hier in München umsehen. Was haben wir voneinander gelernt? Wie gestaltet sich im zweiten Jahr nach der Flüchtlingswelle das Miteinanderleben? Dazu sind zwei Fachleute eingeladen, die beide an vorderster Front der „Krisenbewältigung“ stehen: Christiane Hacker, die im Team der Flüchtlingsbetreuung in Bogenhausen die Koordination im Rahmen von REGSAM (Regionale Netzwerke für Soziale Arbeit in München) übernommen hat und Rudolf Stummvoll, der Leiter des Amts für Wohnen und Migration in München. Sie haben viel zu berichten!

Maria v. Egidy

 

Stummvoll    Hacker

Rudolf Stummvoll                                        Christiane Hacker

 


 

Mittwoch, 11. Oktober 2017, 20 Uhr, Gemeindesaal der Immanuel Kirche

Lesung: »Rund um Luther«

Referentin: Jovita Dermota, Schauspielerin

Das Reformations-Jubiläum zum 500. Jahrestag steht vor der Tür. Höchste Zeit, sich auch im Rahmen der Ökumene mit literarischen Zeugnissen zu befassen, die eine der aufregendsten Zeiten der deutschen und europäischen Geschichte beschreiben.

Nicht nur Martin Luther, Katarina v. Bora, Albrecht Dürer, Phillip Melanchthon, Willibald und Caritas Pirchkheimer kommen dabei zu Wort, sondern wir hören auch „süffisante Kommentare des Erasmus von Rotterdam über Luthers Hochzeit, erfahren vom Einfall der Türken: „Kopf ab vor Wien“ und der Überlegung des Wien-Belagerers Sultan Suleyman, Luther gegen Rom einzusetzen… von Luther und den Juden… und Luther, der seinem Sohn Märchen vorliest, “  das kündigt die Schauspielerin Jovita Dermota, die in Wien im Max-Reinhardt- Seminar ausgebildet wurde, an; sie hat in Archiven geforscht und ist dabei außerordentlich fündig geworden: Luther im Spiegel seiner Zeit. Darüber kann man nur staunen!

Maria v. Egidy

 

Foto: Hilda Lobinger

Jovita Dermota

mehr unter http://miteinander-reden-in-immanuel.de

 


 

Samstag, 2.Dezember 2017,18 Uhr, Immanuelkirche

Autorenlesung im Rahmen des Bücherbasars

Referent: Hans Pleschinski

Am Vorabend des 1. Advents findet in der Immanuel Kirche zum 20. Mal die traditionelle Autorenlesung im Rahmen des Bücherbasars ihre Fortsetzung. Es ist uns diesmal gelungen, den preisgekrönten Münchner Autor Hans Pleschinski dafür zu gewinnen. Als Schriftsteller zahlreicher Bücher trat er in jüngster Zeit vor allem mit dem Roman „Ludwigshöhe" (2008) und „Königsallee" (2013), der ein Bestseller wurde, ins Bewusstsein einer breiten Leserschaft. Dort schildert er die fiktive Wieder-Begegnung Thomas Manns mit Klaus Heuser, zu dem er 27 Jahre früher in inniger Leidenschaft entbrannt war. Pleschinski spinnt daraus eine amüsante und kuriose Geschichte.

2016 gelang ihm die hoch gelobte Herausgabe der Lebenserinnerungen von Else Sohn-Rethel „Ich war glücklich, ob es regnete oder nicht", einem Künstlerroman, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im kulturellen deutsch-jüdischen Großbürgertum verankert ist – klug und beherzt schildert die Malerin ihr Leben in Dresden und Düsseldorf und entwirft damit das bunte Tableau einer ganzen Epoche. Pleschinski kommentiert dieses Leben sehr einfühlsam.

Einen klugen und subtil beobachtenden Autoren zu hören, der in seinen Romanen die Gesellschaft mit feiner Ironie unter die Lupe nimmt, ist sehr spannend.

Update:

Zuerst liest der Autor Auszüge aus dem Roman „Ludwigshöhe“.

Robert Berg, genannt Onkel Roberto,  in Brasilien verstorben,  hinterlässt ein gigantisches Vermögen, jedoch nur unter der Bedingung, dass seine beiden Nichten und deren Bruder das luxuriöse Familienanwesen , die „Ludwigshöhe“ in der Nähe des Starnberger Sees, ein Jahr lang zu einem Zufluchtsort für Lebensmüde machen. Damit hätten dann die drei  Geschwister in ihrem Leben ausgesorgt.

Trotz mancher Skrupel setzen sie  tatsächlich den perfiden Plan um. Sie bevölkern die Villa mit  sog. „Finalisten“, Leuten, die sich zum Sterben anmelden. Und damit beginnt eine  Geschichte, in deren turbulentem Verlauf die Lebenslust der Beteiligten diametral dem eigentlichen Lebensziel, nämlich dem Tod, entgegensteht. Die sich rasch miteinander verschlingenden Lebensläufe  werden im Detail ausgemalt und karikiert-,  das ist eine Gesellschaftssatire par excellence und  ein köstlicher Lese-Spaß!

Anschließend folgt, angepasst an die Jahreszeit, die  Vorweihnachtsgeschichte „Dann noch den Tannenbaum“ aus dem Erzählband „Verbot der Nüchternheit“.

Hans Pleschinski, Autor zahlreicher Romane  lebt,  vielfach ausgezeichnet,  als freier Schriftsteller in München. 2012 wurde er zum Mitglied der Bayerischen  Akademie der Schönen Künste und zum Chevalier de l´ordre des Arts et des Lettres der Republik Frankreich ernannt.

Dieser Abend verspricht,  kurzweilig zu werden!

 

Maria v. Egidy

Hans Pleschinski

mehr unter: http://miteinander-reden-in-immanuel.de